ödp Landsberg

Antrag auf Verwendung von Recyclingpapieren in der Stadtverwaltung

Hier die Neuauflage eines alten Antrags von 2008 auf Verwendung von Recyclingpapieren in der Stadtverwaltung:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Neuner,

hiermit beantragen die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit ödp Stadtrat Stefan Meiser, Folgendes zu beschließen:

Innerhalb der Stadtverwaltung und ihrer Eigenbetriebe ist, nach dem Aufbrauchen von Restbeständen, nur noch 100% Recyclingpapier (Blauer Engel) zu verwenden.

Begründung:
Die Stadt Landsberg hat 1996 eine lokale Agenda beschlossen und sich damit zur nachhaltigen Entwicklung bekannt. Im Rahmen der kommunalen Gesamtstrategie "UNSER LANDSBERG 2035 – GEMEINSAM ZUKUNFT GESTALTEN" bekennen wir uns zu folgendem Ziel: Nachhaltige Beschaffung von Textilien Natursteinen Holz bzw. Holzprodukten, Recyclingpapier.
Das aktuelle Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesregierung sieht vor, dass der Einsatz von Recyclingpapier in den Bundesverwaltungen bis 2015 90% betragen soll.
Bereits in der vergangenen Wahlperiode haben wir diesen Antrag gestellt. Er wurde unter anderem mit dem Hinweis Recyclingpapier sei nicht archivierbar abgelehnt. Inzwischen liegen viele Untersuchungen vor die diesen Sachverhalt widerlegen. Im Positionspapier des Umweltbundesamts (Feb.2014) gibt es eine klare Empfehlung für alterungsbeständiges Recyclingpapier mit dem Blauen Engel, das mit der DIN6738 die Erfüllung höchster Anforderungen an die Archivierbarkeit sichert und dabei die Kreislaufwirtschaft fördert. Im Bundesumweltamt wird bereits seit den siebziger Jahren ausschließlich Recyclingpapier eingesetzt und auch archiviert.
Lange Zeit wurde für die Archivierbarkeit die DIN ISO 9706 d.h. Recyclingpapier aus bestem Altpapier gefordert. Heutzutage wird der Alterungsbeständigkeit mehr Wert bei gemessen. Dabei erfüllen alle Papiere mit dem Blauen Engel die höchste Lebensdauer Klasse LDK 24-85.
Neben der Nachhaltigkeit und der Ressourcenschonung sprechen auch viele ökologische Gründe für Recyclingpapier z.B. Energieeinsparung bis zu 50%, 60% weniger Wasserverbrauch bei der Her-stellung, zu berücksichtigen ist auch die Tatsache dass der größte Zellstofflieferant Brasilien ist. Dort wird sehr viel Urwald der Holzproduktion geopfert.
Bereits seit zehn Jahren nehmen zahlreiche Städte und inzwischen auch Landkreise an dem (unter Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Svenja Schulze stehenden) Städtewettbewerb „Papieratlas“ der Initiative Pro Recyclingpapier teil (siehe www.papieratlas.de). Die teilnehmenden Städte und Landkreise bewerben sich dabei um die Auszeichnung „Recyclingpapierfreundlichste Stadt/Landkreis“. An dem Wettbewerb 2017 hatten sich 61 von 76 Großstädten und 45 von 111 mittelgroßen Städten (ab 50.000 Einwohner) mit ihrem Recyclingpapieranteil (Blauer Engel) beworben. U.a. haben 2017 an dem Wettbewerb teilgenommen:


Die Recyclingpapierquote „Blauer Engel“ stieg im Bereich der teilnehmenden Städte von 67,73 % im Jahr 2009 auf 86,13 % im Jahr 2017.

Das Ergebnis zeigt, dass der Einsatz von Recyclingpapier „Blauer Engel“ in vielen öffentlichen Ver-waltungen längst die Regel geworden ist. Die Stadt Landsberg am Lech sollte dem guten Beispiel vieler deutscher Städte folgen und einen Recyclingpapieranteil von annähernd 100 % anstreben.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Meiser ödp
Andreas Hartmann Bündnis 90/Die Grünen

Attach:BlogPagesStadtrat./Antrag20180510.pdf (Der Antrag als pdf zum Download)

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