ödp Landsberg

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Der Vortrag fand um 19 Uhr bis 21 Uhr statt.


Attach:veranstaltunglohner.pdf (Als pdf zum Download)

Bericht im Kreisbote vom 19.06.2019: https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/theologe-philosoph-ethik-professor-plaediert-bewussten-konsum-gesunden-verzicht-12416625.html


Kurzbericht zum Vortrag von Prof. Lohner am 07.06.2019 im Gemeindesaal der Christus-Kirche in Landsberg
>> Fairer Handel als wichtige Maßnahme gegen Migration <<
50 interessierte Zuhörer erschienen am Freitagabend zu einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Alexander Lohner, theologischer Grundsatzreferent des bischöflichen Hilfswerks MISEREOR e.V.. Er folgte einer Einladung der Fairtrade-Town-Landsberg Steuerungsgruppe.
Zunächst erläuterte er in einem historischen Abriß Ursachen und Zahlendaten vergangener Flüchtlingsbewegungen. So seien derzeit – Ende 2017 – laut UNHCR etwa 71 Millionen Menschen auf der Flucht vor Hunger und Kriegen. Durch den Klimawandel seien aber künftig noch wesentlich höhere Flüchtlingsströme zu erwarten.
Die moralische Verpflichtung um Flüchtigen zu helfen und sie auch aufzunehmen begründete er zunächst theologisch mit einigen Zitaten aus der Bibel. Man könne die Frage nach einer wie auch immer gearteten Gerechtigkeit aber auch mit einem Gedankenexperiment nach dem US-amerikanischen Philosophen John Rawls in dessen Werk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ herleiten. Wenn die Umstände in die ein Mensch hineingeboren wird (Rasse, Religion, Geschlecht, Status, Begabungen, Ort und Zeit) rein durch Losentscheid herbeigeführt werden würden, so wäre für alle Beteiligten Seelen eine Gerechtigkeit dann gegeben, wenn jede noch nicht geprägte Seele gleichermaßen mit jedweder Art von Schicksal einverstanden sein könnte. Aus dieser Art von „Gedankenexperiment“ könne man durchaus Gesetze und Verhaltensregeln ableiten die in die richtige Richtung zur Erlangung einer besseren Art von Gerechtigkeit taugten als dies heute der Fall ist. Heute bestimmen überwiegend rein die Finanzinteressen der Großkonzerne die Regeln der Wirtschaft und lösen damit aber nicht die Probleme der Menschen – wiewohl sie dies gerade im Bereich der Ernährung vorgeben - sondern schaffen immer weitere neue Ungerechtigkeiten. Eigentlich sollte ja die Wirtschaft dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Es müßten also konsequent „noch so gut funktionierende und wohl abgestimmte Gesetze und Institutionen abgeändert oder abgeschafft werden, wenn sie ungerecht sind.“ Als eines der größten zu lösenden Probleme weltweit gilt der nicht vorhandene Zugang zu sauberem Trinkwasser für rund 700 Millionen Menschen und für eine weit höhere Anzahl die mangelnde Sanitärversorgung. Der Klimawandel wird dieses Wassermangel-Problem mit der Verödung ganzer Landstriche noch weiter verstärken.
Das Grundproblem für eine ausreichende Ernährung aller Menschen ist nicht der Mangel an Getreide oder Energie sondern die nicht vorhandene Verteilungsgerechtigkeit. „Würden alle Menschen soviel verbrauchen wie ein Deutscher, würde sich der Welt-Energieverbrauch verdreifachen!“ Laut Weltagrarbericht dienen nur 47% des weltweit erzeugten Getreides der menschlichen Ernährung. Der größte Anteil endet als Tierfutter und landet in Form von Fleisch auf den Tischen der Reichen. Damit gehen 90% der ursprünglich vorhandenen Nahrungskalorien verloren. Auch wird das Trinkwasserproblem durch Tierhaltung weiter verschärft, denn allein um ein kg an Rindfleisch zu erzeugen benötige man 15.455 kg an Süßwasser. In diesem Zusammenhang gab der Referent zu erkennen, daß er seit langem Vegetarier sei und auch keinen PKW besitze. Er reise fast ausschließlich mit der Bahn. Eine der wichtigsten unbedingt erforderlichen Lebensstilveränderungen sei es unbestritten weniger Fleisch zu konsumieren. Lebensmittel solle man nur einkaufen wenn sie aus der unmittelbaren Umgebung des Wohnortes stammen, also regional und saisonal und biologisch – folglich keine Erdbeeren im Winter. Import-Lebensmittel wie Kaffee, Bananen, Kakao ohne irgendein Fair-Trade-Siegel solle man überhaupt nicht kaufen, da man damit nicht die Bauern bzw. Erzeuger unterstütze sondern nur die Profite der Konzerne erhöhe. Es sei aber nicht nur die Aufgabe jedes einzelnen Menschen die spirituellen und sozialen Werte im Sinne eines fairen Handels zu leben, sondern es sei auch die Politik gefordert die entsprechenden Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß damit nicht die Profite ausschließlich in den Kassen der Lebensmittelkonzerne landeten. Insbesondere dürften EU-Exporte wie Hühnerteile und Tomaten auch nicht dazu dienen, die Lebensgrundlagen von Kleinbauern zu zerstören, was ja vielfach belegt werden kann.
Im Anschluß an den Vortrag von Prof. Lohner entspann sich eine rege Diskussion mit vielen Fragen. Wichtig war die Frage aus dem Publikum, ob man denn auf Unterschiede zwischen den verschiedenartigsten Fair Trade-Siegeln achten solle und ob man in Supermärkten wirklich zertifizierte Ware bekäme. Natürlich kann man nicht abstreiten, daß es Unterschiede gibt, jedoch sei es bei weitem das wichtigste überhaupt Ware mit Siegel zu kaufen im Vergleich zu Importware ohne Siegel. Wer ein übriges tun wolle, der solle natürlich am besten im Weltladen einkaufen, denn die Verkäufer dort arbeiten rein ehrenamtlich und die Verkaufserlöse kommen so ein weiteres Mal sozialen Förderprojekten in Entwicklungsländern zugute.
Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Stadtrat Jost Handtrack beim Referenten mit fairer Landsberger Stadtschokolade und Stadtkaffee - natürlich aus dem Weltladen.

Der Vortrag (45 Folien) kann auch von der Homepage der Stadt Landsberg heruntergeladen werden:https://landsberg2035.de/hp1052/Umsetzung.htm

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